Fernweh – Woher stammt eigentlich dieses Wort?

Das schöne Wort Fernweh gibt es eigenartigerweise nur in der deutschen Sprache. Es beschreibt ein Gefühl der Sehnsucht, sich in die Ferne zu begeben, etwas neues zu erleben, ein anderes Land oder eine andere Stadt zu sehen und den Alltag hinter sich zu lassen. Sicherlich erleben auch Menschen, die kein Deutsch sprechen, dieses Gefühl. Aber in den meisten Sprachen gibt es nur schlechte Umschreibungen für das Sehnen nach der Ferne und dem Reisen.

Woher kommt das Wort?

Das Wort an sich soll von Fürst Pückler Muskau erschaffen worden sein und zwar bereits 1835. Er verfasste Reiseberichte und verwendete seine Wortneuschöpfung damals in Ermangelung eines besseren Begriffs. Ihm schien das Wort passend, weil es wie das Gegenteil von Heimweh klingt. In den folgenden Jahrhunderten nahmen vor allem Literaten und Poeten seine Wortschöpfung auf und beschrieben ihre Reiselust und Sehnsucht nach der Ferne so. Im 20. Jahrhundert hat es das Wort nun in den normalen Sprachgebrauch geschafft. Vor allem in der Tourismusbranche ist Fernweh ein feststehender Begriff geworden, der unter anderem auch in der Werbung eine wichtige Rolle spielt.

Von der Wanderlust zum Reisefieber

Früher gab es den Begriff Wanderlust im deutschen Sprachraum. Dieses Wort gab es schon im Mittelhochdeutschen und er wurde sogar als Lehnwort in die englische Sprache übernommen. „The Wanderlust“ ist also das englische Pendant zu unserer Reiselust. Auch der Begriff Reisefieber wird häufig synonym verwendet.

Bei dieser Wortschöpfung wird ebenfalls der Aspekt des schmerzenden Verlangens hervorgehoben. Wer an der Sehnsucht nach der Ferne leidet, der verspürt regelrecht Krankheitssymptome und kann diese nur lindern, indem er endlich auf Reisen geht.

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